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Leadsheet spielen lernen als klassischer Pianist

Du spielst ein Chopin-Nocturne, aber ein Blatt mit einer Melodiezeile und „Dm7 G7 Cmaj7“ darüber lässt dich erstarren. Das ist kein Talentproblem. Es ist eine andere Fähigkeit, und die lässt sich direkt trainieren.

Warum Notenlesen hier nicht hilft

Klassisches Spiel ist Übersetzen: Jede Note steht auf dem Blatt, die Augen führen die Hände. Ein Leadsheet gibt dir eine Melodie und ein Akkordsymbol, alles andere kommt aus dem Gedächtnis, im Tempo, während du schon weiterliest.

Der Engpass ist also die Abrufgeschwindigkeit: „B♭7“ sehen und den Griff in der Hand haben, bevor der Schlag kommt. Mehr Leadsheets lesen hilft langsam. Den Abruf selbst zu trainieren hilft schnell.

Übersicht: Akkordsymbole und Septakkorde

Derselbe Akkord wird je nach Buch unterschiedlich geschrieben. Diese sieben begegnen dir auf fast jedem Jazz- oder Pop-Leadsheet, hier auf C.

SymbolFormelAuf C
Cmaj7 · CΔ · CM7 großer Septakkord1 – 3 – 5 – 7C E G B
C7 Dominantseptakkord1 – 3 – 5 – ♭7C E G B♭
Cm7 · C-7 · Cmin7 Moll-Septakkord1 – ♭3 – 5 – ♭7C E♭ G B♭
Cm7♭5 · Cø halbvermindert1 – ♭3 – ♭5 – ♭7C E♭ G♭ B♭
C°7 · Cdim7 vermindert1 – ♭3 – ♭5 – ♭♭7C E♭ G♭ A
C6 Dur mit Sexte1 – 3 – 5 – 6C E G A
Cm6 · C-6 Moll mit Sexte1 – ♭3 – 5 – 6C E♭ G A

Leadsheets benutzen die internationalen Tonnamen: B steht für das deutsche H, B♭ für das deutsche B. Optionstöne (9, 11, 13) und Alterationen (♭9, ♯11) kommen oben drauf; am Anfang kannst du sie weglassen. Der Septakkord darunter muss automatisch kommen.

In 4 Schritten vom Notenblatt zum Leadsheet

  1. Linke Hand: Shells. Grundton, Terz und Septime. Lerne die fünf Haupttypen auf allen 12 Grundtönen, bevor du ein Stück anfasst. Voicings für die linke Hand
  2. Abruf üben statt lesen. Symbol sehen, Griff spielen, nächstes Symbol. Zufällige Reihenfolge und Tonart, ein paar Minuten am Tag. Miss die Zeit, damit du siehst, dass du schneller wirst.
  3. Die II-V-I. Die meisten Jazz-Standards sind Ketten von II-V-Is. Sitzt sie in jeder Tonart, sind ganze Stücke plötzlich nicht mehr neu. II-V-I-Tabelle, alle 12 Tonarten
  4. Dann das Stück. Erst die linke Hand allein im Tempo, dann die Melodie dazu. Nimm einen echten Standard und spiel ihn in einer zweiten Tonart, sobald er sitzt.

Schritt 2 lassen die meisten aus, weil Karteikarten und Listen mit zufälligen Tonarten mühsam selbst zu organisieren sind. Der Trainer macht das für dich: Er zeigt ein Akkordsymbol, hört über dein MIDI-Keyboard zu und misst jeden Akkord, damit du weißt, welche Tonarten dich noch bremsen.

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